kräfte eins, zwei, drei

eine performancereihe


während der arbeit an unserer letzen produktion ”zwischenspiele” im herbst 08 vertiefte sich der dialog der gruppe mit den beiden komponisten kunsu shim und gerhard stäbler.

daraus resultierend entstand die idee für diese performance-reihe.


die kunstform performance spielt im werk beider komponisten eine große rolle und tut dies auch in der ästhetischen und theatralischen, konzeptionellen auffassung unserer gruppe. formal bietet die performance dem spieler oder ausführenden die möglichkeit, situationsbezogene, handlungs-betonte und  ephemere darstellungsformen zu zeigen.

dabei gehen die arbeiten shims und stäblers noch einen schritt weiter und lassen oft die trennung zwischen zuschauer und darsteller verschwinden. dabei wird der betrachter manchmal zum spieler, oder auch zum teil des stücks selbst.

in den drei geplanten abenden möchte die gruppe eine auswahl von performances der beiden komponisten zur aufführung bringen. im verlauf der reihe, sollen auch noch werke andere komponisten hinzukommen, die in einem interkulturellen bezug zu der jeweiligen thematik des abends stehen.


beginnen wird die performance-reihe mit der veranstaltung ”hausmusik”. die überschrift leitet sich  aus dem gleichnamigen werk stäblers ab, das an diesem abend von uns uraufgeführt wird.

es werden performances gezeigt, die sich stark mit den 4 elementen feuer, wasser, luft und erde beschäftigen. dabei zeigt sich das jeweilige element in seiner archaischen schönheit und vermag aus sich heraus kraft und wirkung zu entfalten. gleichzeitig dient es aber auch als katalysator für emotionen; lenkt sowohl die sinne des zuschauers, als auch die des spielers auf eine andere, neuartige form der wahrnehmung.


der folgende abend trägt den titel “earotics”. gleichzeitig ist “earotics” auch ein Stück von kunsu shim, welches im mittelpunkt dieses abends stehen wird.

thema dieses stücks ist die körperliche interaktion zwischen darstellern und publikum.

auch die übrigen programmpunkte loten erscheinungsformen des körperlichen auf klanglicher und visueller ebene aus.


der dritte und abschließende Abend ist “pneuma” überschrieben.

In der antiken welt stellte das pneuma einen verbindungsbegriff zwischen physischem und geistigem dar. es war epikur, der den schwierigen begriff des pneuma, der im Griechischen wörtlich mit “luft”, “hauch”, “atem”, “geist” und “leben” übersetzt wird, oft auch fast gleichbedeutend mit “seele”, genauer zu definieren versuchte: als einen feinteiligen körper, der in den gesamten körperkomplex eingestreut ist, am ähnlichsten einem warmen hauch.

es ist jene unsichtbare substanz, welche die organismen beseelt und lebendig macht.

dieser rätselhaften begrifflichkeit auf der spur und den versuch unternehmend diesem in theatraler form  zu begegnen, schließen wir den kreis..


jeder der drei abende ist als “begehbare szene” gedacht; der gesamte aufführungsraum soll bespielt werden. der zuschauer ist nicht an einen einzigen blickwinkel gebunden. er kann sich in achtsamkeit dem geschehen gegenüber frei im raum bewegen. für spezielle ereignisformen soll auch der innenhof des frankensteiner hofes in das szenische konzept mit eingebunden werden.

zur realisation der drei abende, hat die musiktheaterwerkstatt frankfurt mehrere gäste eingeladen. sie folgt damit ihrer intention eines spartenübergreifenden austausches.






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